Was macht eine Geschichtswerkstatt?

Das sind wir                                                                                             

„Grabe, wo du stehst“ ist seit der Entstehung der Geschichtswerkstättenbewegung in den 1980er Jahren unser Motto. Wir erforschen „Geschichte von unten“, aus der Sicht und – wenn möglich – unter Beteiligung derer, die sie als Zeitzeuginnen und Zeitzeugen erlebt haben. Wir  wenden uns denen zu, die in der traditionellen Geschichtsschreibung häufig ein Schattendasein geführt haben: den „kleinen Leuten“, den vielen Namenlosen, den vergessenen Opfern von Faschismus, Diktatur und Gewalt sowie den nicht genannten Tätern.


Wir fördern das Geschichtsbewusstsein, die Identifikation der Menschen mit ihrem Stadtteil und unterstützen Strukturen, die ein vielfältiges bürgerschaftliches Engagement ermöglichen. Wir sind nicht parteigebunden und wenden uns gegen Antisemitismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Sexismus. Wir ermutigen Menschen dazu, die kulturelle Vielfalt unserer modernen demokratischen und emanzipatorischen Stadtgesellschaft zu stärken.


Unser Blick richtet sich auf Themen des Alltags wie Arbeit, Familie, Geschlechtergeschichte, Stadtteilentwicklung, Verkehr, Architektur und Denkmalschutz. Dabei ist „Oral History“ eine unserer bevorzugten Forschungsmethoden. Wir verstehen uns als „Gedächtnis des Stadtteils“ und sehen unsere Aufgabe im Sammeln, Bewahren, Forschen und Vermitteln und haben dadurch vieles gemeinsam mit Forschungsinstituten, Museen und Stadtarchiven.


Wir befassen uns mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von über 60 Hamburger Stadtteilen, verwalten in unseren „Bürgerarchiven vor Ort“ hunderttausende Fotos und Dokumente weitgehend aus Privatbesitz und sichern sie durch Digitalisierung auch für künftige Generationen. Aktuell bieten wir 140 Publikationen an und pflegen 6 Denkmäler der Freien und Hansestadt Hamburg. Wir beraten Archivbesucher, erarbeiten Rundgänge, präsentieren Ausstellungen und führen Veranstaltungen durch.


Die 20 Hamburger Geschichtswerkstätten sind eingetragene gemeinnützige Vereine bzw. Initiativen, in denen sich historisch Interessierte ehrenamtlich engagieren. In einigen Einrichtungen werden sie von Hauptamtlichen unterstützt. Wir sind in und über unseren lokalen Sozialraum hinaus vernetzt, pflegen Kooperationen, arbeiten als außerschulischer Lernort mit Bildungseinrichtungen zusammen und beteiligen uns an aktuellen politischen Entscheidungen. Im Dachverband „Hamburger Geschichtswerkstätten e.V.“ tauschen wir Erfahrungen aus und erarbeiten gemeinsame Projekte.
 

Auf dem Plenum der Hamburger Geschichtswerkstätten beschlossen am 7.2.2018

 

 

Dieser Film aus dem Jahre 2009
präsentiert die Arbeit der
Hamburger Geschichtswerkstätten
© GW Barmbek